Achtsame Fitnessübungen

Achtsamkeitsübungen, oder wie ich es nenne Bewusstseinstraining, erfreuen sich derzeit immer größerer Beliebtheit. Dahinter steckt wohl das Streben der Menschen nach Ruhe und Gelassenheit im Trubel unserer hektischen modernen Gesellschaft. Yoga, Entspannungsübungen und Meditation helfen bei der täglichen Stressbewältigung und stärken die Fähigkeit, sich voll und ganz auf das Jetzt zu konzentrieren. Doch Achtsamkeit muss nicht nur im Yogazentrum stattfinden und bei Verlassen dieses enden, vielmehr finde ich können wir Achtsamkeit immer und überall und bei jeder Tätigkeit üben.

Wissenschaftler sind auch schon auf den Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Gesundheit aufmerksam geworden. Wer einen gesunden Menschenverstand besitzt bekommt das auch ohne Wissenschaft hin! 😉 Schließlich beinhaltet doch unsere Gesundheit immer Aspekte körperlicher, geistiger und seelischer Matrix. Jedenfalls fanden die Wissenschaftler heraus, dass es eine Verbindung zwischen dem Gewicht und einem achtsamen Lebensstil zu geben scheint. Achtsamkeit während der Mahlzeit reduziert die Kalorienaufnahme.

Beim Fitnesstrainig trägt achtsames Verhalten zur Leistungssteigerung, zur Vermeidung von Verletzungen und zur konsequenten Umsetzung des Trainingsplanes bei.

Lenke doch mal öfter einmal deine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit darauf, wie sich dein Körper gerade fühlt, ganz egal ob du beim Jogging, schwimmen, Rad fahren oder Fitnessstudiotraining oder sonst einer Sportaktivität nachgehst. Versuche ein umfassendes Gespür für deinen Körper zu erhalten und zu entwickeln:

Hilfreiche Fragen am Beispiel achtsames Lauftraining:

  • Wie ist meine Körperhaltung?
  • Wie setzt mein Fuß beim Laufen auf? Ist mein Knie/Hüfte gebeugt oder gestreckt während des Laufens?
  • Ist mein Becken aufgerichtet? Und welche Auswirkungen hat eine Veränderung des Becken auf meine Lendenwirbelsäule (LWS)?
  • Setze ich mein Sprunggelenk und Großzehenballen aktiv in der Abstoßphase ein?
  • Welches Gelenk fühlt sich nicht ganz frei an? Habe ich irgendwo Schmerzen, Verspannungen, Verklebungen?
  • Wie schnell/langsam ist meine Atmung?
  • Wie fühlt es sich an mal größere/kleinere Schritte zu machen?
  • im Weiteren gerne auch: Was nehme ich um mich herum wahr? Geräusche der Vögel, die Natur, der Geruch des Waldes, der Blumen, wie fühlt sich der Boden unter den Füßen an?

Körperliche Betätigung macht umso mehr Freude und ist effektiver, wenn du dabei achtsam bist.

Im Fitnessstudio, aber auch in der Natur begegnen mir sehr häufig Sportler mit Kopfhörern, die leider oft nichtmal meinen Gruß erwidern können, weil sie ihn garnicht mitbekommen, oder oft erschrecken, wenn sie von hinten von mir überholt werden. Achtsamkeit definiere ich anders. Natürlich kann ich achtsam Musik oder ein Hörspiel hören und eintauchen, doch muss ich dazu auch noch laufen oder wozu benötige laute, motivierende Musik für mein Krafttraining? Singletasking statt Dual- oder Multitasking wäre hier zur Abwechslung meiner Meinung nach mal angebracht!

Leider sehe ich allzu oft, Jungs ihren „Discomuskel“ mit irrsinnig hohen Gewichten trainieren, aber die Aufrichtung und Körperhaltung vor, während und nach der Übung ist dramatisch. Die innere Haltung beim Training hat Auswirkung auf die äußere Haltung beim Training.

Achte so gut es geht auf Signale deines Körpers, um so effizient wie möglich zu trainieren und das Verletzungsrisiko zu verringern. Im Laufe meine Leistungssportkarriere als Hockeyspieler, aber auch Freizeitsportler bin ich bisher von schwerwiegenden Verletzungen wie Bandscheibenvorfällen, Kreuzbandrissen, Achillessehnenverletzungen verschont geblieben, oder es liegt eben an meiner Achtsamkeit im Umgang mit meinem Körper.

Bewusstseinstraining ist ein Training, übe dich darin und du wirst besser werden.

Eine kürzlich durchgeführte Studie¹ kam zu dem Ergebnis, dass sich bei Menschen, die beim Training auf Achtsamkeit wert legten, ein größeres Gefühl der Zufriedenheit einstellte. Diese Menschen ließen übrigens das Training auch weniger oft ausfallen.

Zu Beginn einer achtsamen Trainingseinheit hielten sie einen Moment inne, um in ihren Körper hineinzuhorchen. Wie fühlen sie sich? Welche Ziele verfolgen sie mit dem Training? Was wollen sie erreichen? Wie werden sie sich fühlen, wenn sie das geschafft haben? Diese und weitere Fragen stellten sich die Probanden vor der Einheit. Anschließend konzentrierten sie sich auf die Umgebung. Was sehen sie? Was teilen ihre 5(6) Sinne mit? Wie wird sich die Umgebung auf ihre Selbstwahrnehmung auswirken?

Beim Sport sollte die Aufmerksamkeit nach innen nicht nach außen gerichtet sein, die Gegebenheiten sollten darüber hinaus aber nicht völlig ignoriert werden, wie ich finde.

Es kann eine Weile dauern, bis man sich angewöhnt hat, achtsam zu trainieren, dranbleiben ist wie immer alles. Mit der Zeit geht es in Fleisch und Blut über und du wirst deine Leistung steigern und dich während und nach dem Training besser fühlen.

Probier´s doch einfach mal aus.

Hier noch ein passender Videoimpuls aus unserem Free Spirit® Trainerteam, beim Free Spirit®Training lernst du übrigens alles über Achtsamkeit, nicht nur beim Training sondern in und für alle Lebenslagen:

Dein INBESTFORM Trainer Team wünscht viel Freude im JETZT! 😉

www.inbestform.de www.blog.inbestform.de  www.facebook.com/inbestform.de

¹ Tsafou K.E., De Ridder D.T., van Ee R., Lacroix J.P., „Mindfulness and satisfaction in physical activity: A crosssectional study in the Dutch population“, j Health Psychol., Sep. 2016, 21(9):1817-27

Certified as TOGU® International Educator

INBESTFORM® – Bewegtsein meets TOGU® – Healthy Training

Letztes Wochenende gings zur TOGU® International Educator Ausbildung nach Prien am Chiemsee – wie ihr seht, hatten wir viel Spaß. 🙂

TOGU passt prima ins Konzept von INBESTFORM, hochwertige Trainingsprodukte made in Germany und ein Healthy Training Concept, das genau wie INBESTFORM Bewegtsein auf den Säulen Ausdauer, Kraft & Faszien aufbaut und als Grundlage Sensomotorisches Training, Balance, Koordination und Proprizeptives Training beinhaltet. Die kreativen Übungen und Trainingstools, die ich in der Ausbildung kennen lernen und vertiefen durfte, werden das INBESTFORM – Bewegungstraining prima ergänzen und erweitern.

3 Säulen: Faszien Fitness, Kraft- & Stabilitäts-Training und Ausdauertraining

Wieso ist ein Sensomotorisches Training so wichtig für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden? Gerade für diejenigen, die langfristig gesund und fit sein möchten gilt es ein, den ganzen Körper ansprechendes, Trainingsprogramm zu absolvieren.

„Use it, or loose it!“

Benutzen wir gewisse Areale für Sensorik und Motorik nicht mehr, bilden sie sich zurück. Gerade das Gleichgewicht, Balance und die Koordination wird in unserem bewegungsarmen Alltag immer weniger gefordert und an den klassischen Fitnessstudiogeräten leider auch nicht, daher trainieren unsere Klienten und Kursteilnehmer immer ihre propriozeptiven Fähigkeiten und Fertigkeiten auf wackeligen Unterlagen sei es im Stehen, Gehen, Rücken-, Bauch-, Seitlagen oder im Vierfüßler. Denn für erfolgreiches und gesundes Altern ist Gleichgewicht und Kraft, sowie Beweglichkeit und Ausdauer nötig, um zum einen den Bewegungsapparat aber auch das Herz-Kreislauf-System gesund und fit zu halten. Daher empfehle ich immer ein Trainingsprogramm bestehend aus Ausdauer-, Kraft-, Beweglichkeits- und Faszien Training für langfristige und nachhaltige Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Je mehr Reize, umso besser. Wir müssen uns fordern, um uns zu fördern, egal in welchem Bereich des Lebens!

Die neuen TOGU®- Spielsachen bieten hier super Variations- und Abwechslungsmöglichkeiten für das Training in Bestform.

Hier noch ein paar hilfreiche Trainingstipps, um dein Training zu „pimpen“:

  • Welche Übungen kannst du mit wackeligen Unterlagen, Bällen, Bändern, … sensomotorisch anspruchsvoller gestalten?
  • Was ist deine Lieblingsübung und wie kannst du diese variieren?
  • Wie könntest du 5 Minuten Faszien Training ergänzend in dein bisheriges Warm-Up und Cool-Down integrieren?

Bleib oder bring Dich in Bestform! Gerne unterstützen wir Dich dabei.

Dein INBESTFORM Trainer Team

www.inbestform.de

www.facebook.com/inbestform.de

Psoas Training – für effektive, ökonomische Bewegungen und Verletzungsprophylaxe aus der Körpermitte

Letzte Woche durfte ich im Rahmen des Triathlonsymposiums des Sportmedizinischen Arbeitskreises Ludwigsburg einen Workshop über Psoas Training halten. Interessant für mich war, das sich die medizinischen Kollegen darunter erstmal nichts vorstellen konnten. Daher möchte ich auch euch heute das Psoas Training und seine Wichtigkeit für Gesundheit Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden näher bringen.

„Als einziger Muskel, der Ihre Wirbelsäule mit Ihren Beinen verbindet, beeinflusst der Psoas alles, von Schmerzen im unteren Rücken und Angstzuständen bis zu Ganzkörperorgasmen und intensivem Genuss. Ein verspannter Psoas kann die Verdauung stören, die Reproduktionsfunktion hemmen und eine ganze Reihe anderer Leiden auslösen […] Ein vitaler und entspannter Psoas fördert dagegen ein angenehmes Körpergefühl […].“ Liz Koch – The Psoas Book

Der Iliopsoas verbindet als einziger Muskel die Wirbelsäule und damit den Oberkörper mit den Beinen. Er hat sowohl als Haltemuskel aber auch als Stabilisator und Mobilisator eine wichtige Funktion.

  • Er beugt dein Hüftgelenk
  • Er führt dein Bein nach vorne oben und auswärts
  • Er beugt deinen Rumpf nach vorne und rotiert diesen
  • Er beugt deine Lendenwirbelsäule im Stehen nach vorne und richtet diese in Rückenlage liegend zum Sitzen auf

Der Ilopsoas wird auch „Läufermuskel“ genannt, da er entscheidend beim Gehen, Laufen, Springen und Treppesteigen beteiligt ist.

Iliopsoas 1Er wird aber auch „Rückenschmerzmuskel“ genannt, da er durch seinen Ursprung an den Lendenwirbelkörpern 1.-4. und an der Darmbeischaufel eben auf diesem Bereich Einfluss ausübt. So kann eine Verkürzung des Psoas dazu führen, dass mein Becken nach vorne kippt und meine LWS-Statik dadurch gestört ist und sich Schmerzen im unteren Rücken bemerkbar machen. Aber keine Sorge eine Aufdehnung und/oder  Triggern des Psoas kann hierbei gut Abhilfe verschaffen.

Tendenziell kann man sagen, dass der Iliopsoas eher zu Verkürzung als zu Abschwächung neigt, d.h. eine Dehnung und Entspannung im Sinne von Training ist daher häufiger nötig, als eine Kräftigung und Tonuserhöhung.

TonischePhasische MuskulaturDer Tonus der Muskulatur und des Bindegewebes, der Faszien wird  durch Stressreize ebenfalls erhöht und so nennt man den Psoas auch noch „Kampf-Flucht-Muskel“, da er früher in Stresssituationen genau zu diesen Reaktionen intensiv benötigt wurde. Dein Iliopsoas ist sowohl schnellkräftig als auch ausdauernd, d.h. sowohl mit entsprechend ST-Slow Twitch Muskelfasern als auch mit FT Fast Twitch Muskelfasern ausgestattet und eben auch schnell und ausdauernd flüchten oder angreifen zu können! 😉

Der Iliopsaoas arbeitet allerdings nie alleine sondern hat „Kumpels“, die ihm bei der Hüftbeugung helfen und unterstützen. Bei Einschränkung eines Hüftbeuger Muskels übernehmen eben genau diese Synergisten die Aufgabe für den eingeschränkten Nachbarn mit.

„Look at the bad neighbours!“ (Gray Cook)

  • Die Hüftbeuger „Kumpels“:
    Oberschenkelvorderseite: Rectus Femoris, M. Sartorius, Tensor fasciae latae,
    Oberschenkelinnenseite: M. Pectineus, Adductor longus, Adductor brevis, M. Gracilis
  • Ilopsoas Synergisten:
    M. Sartorius, Tensor fasciae latae, M. Pectineus, Adductor longus, Adductor brevis, M. Gracilis, Gluteaus minimus, Quadratus lumborum

Gegenspieler bzw. Antagonisten des Iliopsoas ist dein Gesäßmuskel der Gluteaus maximus und dein Adductor magnus.

Aufgrund deiner häufigen Sitzmarathons verkürzt zum einen dein Ilipsoas und zum anderen wird dein Gesäßmuskel insuffizienz und abgeschwächt, weil er nicht mehr richtig arbeiten kann. Daher ist zum einen eine Gesäßaktivierung und eine Psoas Dehnung und Mobilisierung im individuellen funktionellen Training so wichtig, für schmerzfreie und effizient arbeitende Hüftgelenke.

An erster Stelle steht daher immer vor jeder Trainingsaufnahme das funktionelle Bewegungsscreening, um herauszufinden, wo sind deine Abschwächungen und Verkürzungen, um im Training individuell und effektiv daran arbeiten zu können. Hierzu bietet sich der FMS, Functional Movement Screen als Analysetool an, den wir auch im Rahmen des INBESTFORM Gesundheitschecks einsetzen.

Du kannst deinen Psoas aber auch mit dem Thomas Test in Rückenlage selbst auf eine Verkürzung testen. Einfach „Thomas Test in Rückenlage“  in deiner Suchmaschine eingeben, dann findest du genügend Anleitung.

Bei Bedarf solltest du dann eine Psoasdehnung und -mobilisation in dein Training einbauen aber eben auch wichtig eine Gesäßaktivierung, bei der der Psoas  loslassen muss, um diese ausführen zu können. Hierzu bieten sich Trainingstools wie Minibands, Suspension Trainer oder auch die Kettlebell an.

„Functional Training ist die Überholspur für einen schmerzfreien, leistungsfähigen und auch optisch athletischen Körper. Bring dich in Bestform. Viel Spaß, Motivation und Erfolg bei deinem Training.“

FEEDBACK or COMMENT

Ich schreibe diese Artikel, weil es mir Spaß macht und hoffe, dass es Dich dabei unterstützt erfolgreich gesund, leistungsfähig zu sein und dich wohlzufühlen.  Lass mich wissen was du denkst und fühlst und trage etwas zur Diskussion bei. So sehe ich, dass du den Artikel gelesen hast und deine Reaktion und Meinung interessiert mich riesig!